Tempo runter – nicht nur zum Schulanfang

Eine Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 innerorts würde für mehr Sicherheit sorgen und klimafreundliche Fortbewegungsarten attraktiver machen – nicht nur für Schulkinder.

Die Schule hat wieder begonnen. Für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie zu Fuß dorthin gehen. Denn Bewegung ist gesund und macht den Kids einfach Spaß. Auf dem gemeinsamen Schulweg mit anderen lernen sie außerdem Verkehrs- und Sozialverhalten und können selbstständig ihre Umwelt entdecken.

Damit sie dies auch gefahrlos tun können, braucht es gute und sichere Fußwege sowie aktuelle Schulwegpläne. Für deutlich mehr Sicherheit kann auch ein geringeres Tempo sorgen. So steigt bei einem Unfall die Überlebenswahrscheinlichkeit für Zufußgehende von 61 Prozent bei Tempo 50 auf 92 Prozent bei Tempo 30. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass Autofahrende bei dieser Geschwindigkeit noch reagieren und einen Zusammenstoß abmildern oder gar verhindern können. Und Tempo 30 sorgt dafür, dass sich Zufußgehende und Menschen auf dem Rad einfach sicherer fühlen. Das steigert die Attraktivität klimafreundlicher Fortbewegungsarten.

Immer mehr Fachleute und Verbände fordern deshalb eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts. Soll ein höheres Tempo erlaubt sein, muss dies im Einzelfall begründet werden. Ein solches Tempolimit ist kein Allheilmittel, aber eine unverzichtbare Voraussetzung für ein gutes Miteinander im Stadtverkehr. Statt bunter Banner und flammender Verhaltensappelle an die Autofahrenden zum Schulanfang sind endlich politische Maßnahmen für mehr Sicherheit gefordert. Dies sollten Eltern bei ihrer anstehenden Wahlentscheidung berücksichtigen.

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